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Sonnwendbetrachtungen: Was soll anders werden?

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Rechtzeitig zur Sonnenwende, gibt es einen kleinen Halbjahres-Rückblick. Nicht wenige Menschen verabschieden sich in eine Sommerpause, darum möchte ich vorher zusammenfassen, was in den letzten sechs Monaten bei mir privat und in meiner Schreiberei so gelaufen ist. Lass uns mit einem Rückblick beginnen, bevor wir uns der Frage widmen, was anders werden muss, und bevor wir einen Ausblick wagen.

1. Ein Blick zurück

Was in der Schreiberei gelaufen ist

Was ich schon mal festhalten muss ist, ich habe 2023 zehn Blogartikel veröffentlicht – da bin ich wirklich zufrieden mit mir! Darunter war eine Kurzgeschichte (Voltumnus Perlen) und eine Novelle (Eyionnes Mitgefühl), beide aus Joscelynes Universum.

Seit November des Vorjahres verfolge ich den Plan, alle zwei Wochen einen Blogartikel zu verfassen, um meinen Schreibprozess zu dokumentieren und mit dir zu teilen. Anlässlich der Sonnwende, habe ich einen Blick auf die Statistik geworfen und mit die Top-Drei rausgesucht. Am meisten wurde mein Jahresrückblick 2022 gelesen, gefolgt von der Sache mit dem Ei, die von meinem ersten Romankapitel handelt.

Auf Platz vier kommt dann schon meine Romanankündigung, wo sogar drei Leser:innen kommentiert haben, was mich wirklich gefreut und motiviert hat. Mittlerweile habe ich vom ersten Entwurf des Romans, zehn von vierzehn Kapitel geschrieben, und ich halte trotz vielen Hoch und Tiefs an meiner Schreibroutine fest.

Platz drei meiner Statistik ist die Geschichte mit den Drogen. Da gehe ich davon aus, dass es generell ein Thema ist, das polarisiert – vor allem wenn es um persönliche Erlebnisse geht.

Genug von den Zahlen, lass uns einen Blick auf mein Privatleben werfen.

Ein Potrait von JamesVermont
Hat meine Tochter von mir gemacht

Zuhause

In meinem Alltag befindet sich, zwischen dem Job und der Schreiberei, die Familie, und darüber hinaus nicht mehr viel. In unregelmäßigen Abständen schaffe ich es in den Wald zu gehen und stelle dabei fest, dass es noch immer sehr viele Wege und Gegenden zu erkunden gibt.

Ich fotografiere viel und gerne – auch in der Arbeit. Bloß leider kann ich manche Fotos aus privatsphäre-rechtlichen Gründen nicht veröffentlichen und für die übrigen Bilder fehlt mir die Zeit. Die Stadt und die Menschen überfordern mich immer noch, aber immerhin kann ich dieses Gefühl zulassen und akzeptieren. Positiv daran ist, dass die Überforderung nachlässt und ich die ersten kleinen Schritte nach draußen unternehme.

Eine Plastikflasche liegt zwischen Treibholz am Linzer Donaustrand
Da hinten liegt die große phoese Stadt

In der Arbeit

Ich trenne ja meinen Brotberuf … the fuck NEIN! Es ist kein Brotberuf, ich mache endlich etwas, das mir Spaß macht! Bloß herrscht eine berufliche Schweigepflicht und eine von mir auferlegte strickte Trennung zwischen Job und Pseudonym! Darum kann ich nur oberflächlich über Jobthemen reden. Vielleicht sollte ich es dann gleich ganz bleiben lassen? Nein, denn diesmal sind die Jobthemen es wert besprochen zu werden, da sie für mich lebensbestimmend sind.

Seit Oktober letzten Jahres arbeite ich in dem Stammhaus meines Arbeitgebers alleine und für 35 Stunden. Es gibt dort keine unmittelbaren Kolleg:innen, weil das Büro etliche Kilometer entfernt liegt. So weit so chillig. In den letzten Monaten hat mein Arbeitgeber drei weitere Standorte übernommen und damit für viele neue Kolleg:innen gesorgt. Durch ein Projekt an meinem Standort, das in diesem Umstrukturierungsprozess mitschwimmt, ist die Arbeit zu einem gefühlten Fulltime-Job angewachsen. Du kannst es dir vielleicht denken, es herrscht massiver Personalmangel und es ist kein Ende in Sicht. Selbst wenn neue Kolleg:innen anfangen, brechen die Alten gleich wieder weg, sodass wir am Ende mit derselben Besetzung dastehen, wie zuvor. Aber auch die Anzahl der Klient:innen hat sich verdoppelt, was ich gerne dem Fluch des Erfolgs zuschreibe.

Eine Armee aus Legomännchen, hinter der ein Drache im Hintergrund steht
Im Kinderzimmer formiert sich eine dunkle Bedrohung

2. Was muss anders werden?

In meinem Job ist das aufgetreten, was viele Menschen aus Pflegeberufen schon seit Jahren anprangern: Und zwar müssen sich die Rahmenbedingungen verbessern. Durch den Wechsel im Management unseres Trägers habe ich gesehen, wie viel Spielraum in der Umsetzung des Arbeitsauftrags manchmal besteht, und welchen Unterschied kompetente (also nicht ganz fachfremde) Vorgesetzte ausmachen.

In den letzten Wochen habe an meiner persönlichen Leistungsgrenze agiert. Es hat mir zwar Spaß gemacht, weil es über einen definierten Zeitraum geschehen ist, jedoch ist die Grenze nicht so weit von meiner Normalbelastung entfernt, wie ich es mir erhofft hatte. Die Familie und meine privaten Kontakte sind zu kurz gekommen, was Scheiße ist. Und viele Schalter, um diesen Umstand anzupassen, habe ich in meinem Alltag nicht zu Verfügung. Entweder meine Arbeitszeit wird auf andere Bereiche in der Firma verteilt, oder ich muss meine Stunden kürzen. Letztes ändert etwas an meiner Wochenarbeitszeit und an meinem Gehalt, nicht jedoch am Ausmaß der Überstunden. … und der Gehalt ist halt echt ein starkes Argument.

Reichweite

Das Geld ist in meiner Schreiberei ebenfalls ein Thema. Wenn ich die Klicks auf meine Kurzgeschichten mit dem Vergleiche, was ich für das Lektorat ausgegeben habe, dann steht das in einem klaren Missverhältnis. Klar, niemand kennt mich. Klar, im Jahr 2023 Blogartikel zu schreiben ist voll daneben. Aber was soll ich machen, ich bin halt jemand der schreibt? Und das tue ich, obwohl mein Talent gerade nicht gebraucht wird. Natürlich besteht in Punkto Marketing etwas Luft nach oben, aber liebe Leser:in: Du siehst, was in meinem Leben los ist und es darf auch mal was leicht gehen. Teilen, Reposten, Verlinken. Mein Angebot kommt zwar furchtbar professionell rüber, dahinter steht trotzdem bloß ein Mensch und der ist auf die Unterstützung durch dich angewiesen.

Ein junger Feuersalamander bahnt sich seinen Weg durch die Wiese
Im Frühling begegnete meiner Familie und mir ein Feuersalamander-Junges

Freunde finden

Und so viele Freunde, die meine Botschaften multiplizieren könnten, hab ich eigentlich nicht. Weder virtuell noch offline. Ich muss zugeben, der Umzug und der Job haben diese Situation nicht gerade verbessert. Die Melancholie in meinem Leben ist zwar weniger geworden, aber die Einsamkeit ist geblieben. Es sind mehr Erwachsene mit Kindern von diesem Gefühl betroffen, als man annehmen möchte und die Möglichkeiten dem entgegenzuwirken sind auf Grund des fehlenden persönlichen Raums stark eingeschränkt. Das bedeutet, dass Alleinerzieher:innen mit der Aufrechterhaltung ihres Alltags viel stärker ausgelastet sind, als Kleinfamilien. Darum hat der glückliche Mensch (es muss ihn rein statistisch geben) im Alter von etwa Zwanzig seinen Freundeskreis aufgebaut, über die Jahre behalten und seine Kinder in ein sicheres soziales Netz aus Familie und Freunden hineingeboren. Nicht so ich: Mit Zwanzig war mein damaliger Freundeskreis auf halb Österreich verteilt und ich war jedes Wochenende in einer anderen Stadt unterwegs. Die Möglichkeit den eben genannten sozialen Prozess zu wiederholen, oder nachzuholen, sind für berufstätige Solo-Eltern schwer machbar.

Nach meinem Umzug habe ich gedacht, dass wenn ich an Events teilnehme, schon die richtigen Leute kennenlernen werde. Bloß habe ich keine Zeit auf Events zu gehen und vielleicht sollten es, wenn ich doch einmal schaffe, die richtigen Events sein. Lach’ mich nicht aus, aber ich habe mich Zeit meines Lebens eher für Themen interessiert, als für für Menschen. Das gehört nun jedoch einer Vergangenheit an, in der eine Kluft zwischen meinem Job und meinen privaten Interessen bestand.

Jetzt ist das nicht mehr der Fall und ich muss mich dahingehend neu ausrichten. Ich habe festgestellt, dass mir in meinem neuen beruflichen Umfeld Menschen begegnen, die ich mögen könnte (was ebenfalls eine ganz neue Qualität für mich ist). Das Sprichwort, das besagt, dass man sich mit Menschen umgeben sollte, die die gleichen Zielen verfolgen wie man selbst, ist plötzlich wichtig geworden. Und natürlich bin ich dazu aufgerufen mir zu überlegen, was die Ziele dieses neuen Lebensabschnitts sind.

Liveact auf den Linzer Bubble-Days. Ein Mann surft auf einem Wasserstrahl
Auf die richtigen Events gehen wäre wichtig

3. Ein Blick nach Vorne

Neben dem großen persönlichen Vorhaben, mich selbst neu auszurichten, gibt es ein paar kleinere Dinge, die auf meiner Agenda stehen.

Eine weitere Kurzgeschichte

Ich habe vor, die Kurzgeschichten rund um Joscelyne gesammelt im Selfpublishing herauszubringen. Einfach nur, um sie der geneigten Leserschaft in besser konsumierbarer Form darzureichen. Womit ich wieder beim Geld wäre, denn für so ein Projekt muss ich in finanzielle Vorleistung gehen. Zum Beispiel kostet ein Buchumschlag vierhundert bis fünfhundert Euro.

Für diese Kurzgeschichtensammlung soll eine weitere, vierte Kurzgeschichte entstehen, die nur in dieser Sammlung zu finden sein wird. Dieses Projekt wird nach der Fertigstellung des ersten Entwurfes des Romans angegangen, weil ein wenig emotionaler Abstand zu seinem Text wichtig und gut ist. Es minimiert die Betriebsblindheit.

Hier im Blog geht es mit weiteren Berichten aus dem Romankapiteln weiter. Solltest du Fragen haben, dann stelle die einfach und ich werde sehen, ob ich nicht da draus einen Blogpost formulieren kann.

Sonnenuntergang über einem Feld am Hasenberg bei Linz
So viele Wege und Gegenden sind noch zu erkunden

Festln

Im August habe ich dann mal länger Urlaub und ein paar Festln stehen an, wo ich alte Freunde wiedersehen werde. Zwar habe ich kein Auto zu Verfügung – was die Teilnahme zu einer logistischen Herausforderung macht, denn das Wohnmobil besitze ich ebenfalls nicht mehr – aber da freue ich mich schon auf diese Tage. Und überhaupt: Urlaub. Wie geht denn das? Mein letzter richtiger Urlaub hat 2013 stattgefunden. Ich werde berichten, wie es mir gelungen ist mich auf Kommando zu entspannen.

Wenn dir das jetzt zu viele verschiedene Themen in viel zu kurzen Worten waren, dann schreibe mich einfach an, oder lasse mir einen Kommentar da. Ich unterhalte mich dann gerne mit dir.

von JamesVermont
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JamesVermont aus Klagenfurt am Wörthersee ist Gestalter, Autor, Trommler und Vater 2er Kinder.

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